In
der Sprache der Bibel ist das "Herz" nicht irgendein Organ, sondern ein
Begriffsbild für das menschliche Wesen, die personale Mitte eines
Menschen, vgl. z. B. Joh 14,1; 16,22. Die mitttelalterliche, die den
Christus der Passion in ihr Zentrum gestellt hatte, nahm das von der
Lanze des römischen Soldaten durchbohrte Herz Jesu, vgl. Joh
19,34, als Synonym für das erlösende Leiden des Gottessohnes,
seine sich verschwendende Liebe. Integriert in diese mystische
Verehrung war der Gedanken der Sühne: stellvertretendes Beten
für die Unwürdigen, Gottesleugner und Gottesfeinde.
Die
Anfänge der Verehrung des heiligsten Herzens Jesu finden sich im
13. und 14. Jahrhundert. 1672 erlaubte der Bischof von Rennes den
Oratorianern, in seiner Gemeinschaft liturgisch ein Herz-Jesu-Fest zu
feiern. Die im 16./17. Jahrhundert vor allem von den Jesuiten und
Oratorianern geförderte Herz-Jesu-Verehrung nahm durch die
Visionen der Margaretha Maria Alacoque (+1690) neuen Auftrieb: Ihr war
Christus erschienen, auf sein Herz deutend, was als sein Verlangen nach
der Einführung eines diesbezüglichen Festes verstanden wurde.